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Der Eingang des Bauhauses Dessau
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30000 Bauhaus Kunstwerke – kostenfrei. online. staunen.

Die auf dem Campusgelände der Harvard University (Boston, USA) gelegenen „Harvard Art Museums“ verfügen über eine der größten Bauhaus Sammlungen und haben nun über 30000 Kunstwerke online veröffentlicht. Auf der Internetseite der Kunstmuseen lassen sich nun für jedermann zugänglich Fotografien, Zeichnungen, Möbel, Lithografien, aber auch exotische Kunstobjekte wie Webarbeiten betrachten.

Um bei aller Reichhaltigkeit der Bauhaus Werke nicht den Überblick zu verlieren, können komplexe Filter definiert werden, um nach diversen Themen, Künstlern, Macharten, Techniken und Medien, Kulturen und Stiftern zu suchen.
So könnte man sich zum Beispiel Inspiration durch bekannte Werke von Walter Gropius, dem Gründer des Staatliches Bauhauses in Weimar holen. Auch das Filtern nach einzelnen Techniken und Medientypen, die unter Einfluss des Bauhausstiles standen, geben interessante Einblicke und Aufschluss über die Umsetzung einzelner Werke.

Natürlich finden sich in der Sammlung die bekannten Werke großer Künstler wieder, wie etwa die „Freischwinger“-Stühle, Wilhelm Wagenfelds WG24 Tischlampe oder Fotografien von Bauten wie dem Faguswerk in Alfeld. Doch sind vielleicht gerade Arbeiten aus dem Bereich Typografie und Design-Dokumentation für UX Designer einen Blick wert.

Die Auseinandersetzung mit dem Ansatz und der Philosophie des Bauhauses stellt dabei für User Experience Designer einen kulturellen wie intellektuellen Mehrwert dar: Die Maxime des Bauhauses, Kunst und Handwerk zu verbinden und damit volksnahe und gebräuchliche Gegenstände und Architektur zu schaffen, liegt dem User Experience Design nicht fern: technisch teilweise hochkomplexe Systeme so zu gestalten, dass sie vom Anwender schnell verstanden und bedient werden können und dabei stets ästhetisch sind.

Zur Bauhaus-Sammlung der Harvard Art Museums →

Adrian Frutiger gestorben
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Adrian Frutiger ist tot

Nach Hermann Zapf verlor die Typowelt mit Adrian Frutiger (gestorben am 10. September im Alter von 87 Jahre) einen zweiten großen Gestalter. Ihm haben wir, neben zahlreichen anderen Schriften, die umfassenden Schriftfamilien „Frutiger“ und „Univers“ zu verdanken.
Die serifenlose Linear-Antiqua Univers wurde 1950 entwickelt und stellt ein in sich geschlossenes System von extrem vielen Schnitten dar, wobei die Univers 55 als Basis diente.
Die in den Sechzigern gestaltete Frutiger (basierend auf seine Schrift „Roissy“) hat der Gestalter für den Großflughafen Charles de Gaulle (Paris) entworfen. Sowohl die Frutiger wie auch die Univers erfreuen sich noch heute großer Beliebtheit und wurden mehrfach – in Zusammenarbeit mit dem Gestalter – überarbeitet.
Weitere, von ihm entworfene Schriften sind die Avenir, Centennial, Iridium, Meridien und Serifa u.v.m.

Für Adrian Frutiger stand dabei eine gute Lesbarkeit immer im Vordergrund.

 

„Die gute Schrift ist diejenige, die sich aus dem Bewusstsein des Lesers zurückzieht, um den Geist des Schreibenden und dem Verstehen des Lesenden alleiniges Werkzeug zu sein.“

Foto: keystone